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Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psalm 31,9b

Gebete für Frieden

So spricht unser Herr Jesus Christus: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Johannes 14,27

 Mit dieser Zusage unseres Herrn Jesus Christus grüße ich Sie.

Gute Worte, die trösten und Mut machen, Zuversicht und Hoffnung geben, brauchen wir in diesen Tagen – genau wie die Gemeinschaft, weil man allein das Schreckliche und Unfassbare gar nicht realisieren und verarbeiten kann.
Ich bin ich erschrocken – so wie viele andere auch. Ich bin zu tiefst bestürzt, dass Krieg herrscht. Fassungslos machen mich die Meldungen und Bilder aus der Ukraine. Tod und Zerstörung. Menschen, die Schutz suchen in Kellern und Bunkern vor den todbringenden Raketen und Waffen, die sich auf die Flucht begeben und nicht wissen, wann und ob sie ihre Lieben jemals wieder in die Arme nehmen können.
Mir stockt der Atem. Das Herz schlägt unruhig, ist aus dem Rhythmus gekommen, genau wie die Welt.
Statt Freude über das Wachsen und Werden in der Natur, tiefe Trauer angesichts des unsäglichen Leids. Dazu kommen die großen Sorgen, was wohl noch kommen wird.
Unsere Herzen sind erschrocken.
Es braucht – wie erwähnt – gute Worte, die Mut machen, Zuversicht und Hoffnung geben.

Der Beter des 46 Psalms nennt den Adressaten, an den wir uns wenden können und den wir um Hilfe bitten können:
Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den größten Nöten, die uns getroffen haben. Psalm 46,2

Wenden wir uns an Gott! Beten wir! Jede und jeder für sich. Zum Beispiel, wenn die Glocken der Kirchen am Morgen, Mittag oder Abend läuten, halten wir inne, beten wir auch gemeinsam.
Kommen Sie zu den Friedensgebeten, zu denen die Kirchengemeinden einladen!
Beten tut Not! Beten hilft!
Jesus nahm sich immer wieder die Zeit zum Gebet, um den Kontakt zu Gott, seinem Vater, zu halten und von ihm Kraft für die Aufgaben und Situationen, die bevorstanden, zu bekommen.
Kurz vor seiner Verhaftung und Verurteilung zog Jesus sich in den Garten Gethsemane zum Beten zurück. Er nahm seine engsten Vertrauten Petrus, Johannes und Jakobus mit und bat sie um Beistand: „Bleibt hier und wachet mit mir! Wachet und betet!“ Matthäus 26,38.41
Die Jünger aber schliefen ein, während Jesus betete und mit dem Tod rang. Den Jüngern war der Ernst der Lage vielleicht nicht bewusst. Andere Sorgen und weltliche Probleme schienen wichtiger zu sein. Wir kennen das nur zu gut, wie viele Dinge uns so groß und wichtig erscheinen und doch eigentlich nichtig und klein sind.
Beten ist das Gebot der Stunde. Darauf wies Jesus seine Jünger hin und bat noch einmal, sie sollen doch mit ihm beten. Doch die Jünger schliefen abermals ein.
Dieses Versagen der Jünger gehört zur Passion Jesu. Jedes Jahr erinnern wir uns daran und werden damit auch an unser Versagen erinnert. Denn wir haben es nicht geschafft, den Frieden auf Erden bei uns Menschen zu bewahren. Wir haben Gottes Wort aus dem Alltag verschwinden, statt es lebendig werden zu lassen.

Jesus Christus spricht: Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Matthäus 5,9

Das ist unser Auftrag! Selig sind wir, wenn wir Kinder Gottes bleiben, die dazu beitragen, dass sein Wort lebendig wird; dass Liebe gelebt und es Frieden wird und bleibt auf Erden.
Das schaffen wir nicht allein. Unsere Kraft reicht dazu nicht aus. Darum haben wir die Zusage Jesu Christi, dass Gott bei uns ist, auch in Zeiten der Not. Jesus selbst hat das erfahren, als Menschen Böses im Schilde führten und ihn am Karfreitag ans Kreuz brachten. Er fühlte sich von Gott allein gelassen. Gott aber war da; bewahrte und beschützte in Leid und vor dem Tod.
Daran erinnern wir uns Ostern. Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi. Den Sieg des Lebens. 
Es gibt nichts, was scheiden kann von der Liebe Gottes, kein Mensch, so böse er auch ist und es meint, keine Macht, noch eine andere Gewalt, ja nicht einmal der Tod. Gott hält fest und bewahrt.
Pfarrer Dietrich Bonhoeffer hat folgende Worte gefunden und gebetet: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, behütet und getröstet wunderbar. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Ich bin erschrocken, mein Herz fürchtet sich. Aber ich weiß, dass Gott mein Gebet erhört. Ich vertraue darauf, dass Gott gibt und handelt, auch in der Ohnmacht. Gott macht uns stark im Gebet und verspricht seinen Frieden, der mein Herz wieder im rechten Rhythmus schlagen lässt und auch der Welt den Takt des Friedens geben wird.
Christus gibt uns Frieden. Nicht wie die Welt, sondern Gottes Frieden, der höher ist als alle Vernunft.

Darauf vertraue ich. Dafür bete ich mit Ihnen:

„Gott, schenke uns deinen Frieden. Gib uns Kraft, damit wir gestärkt und gesegnet etwas für andere tun können. Da sein, für alle, die Hilfe brauchen. Teilen, was wir können und haben an Zeit, Kraft, Geld und Dingen, die andere nötiger brauchen.“

Lassen wir es andere erkennen und spüren, dass wir Zuversicht und Hoffnung haben. Setzen wir Zeichen des Friedens: durch ein Lächeln, ein gutes Wort. Reichen wir anderen die Hand, werden wir für andere ein Segen.

Halten Sie jetzt einen Moment inne und beten Sie mit mir:

 Stille zum Gebet

 „Gott, du hast der Menschheit Frieden auf Erden verheißen und Erlösung versprochen.

Betroffen erleben wir Feindseligkeit und Waffengewalt. Die Kämpfe um Macht drohen alle Hoffnung auf Frieden zu ersticken.

Gott wir bitten dich: Dränge zurück die Leidenschaft nach Macht, Einfluss und Besitz. Bringe zur Vernunft alle, die in Angst und Hass Völker und Kontinente gegeneinander aufbringen. Pflanze ein, den Wunsch nach Gerechtigkeit und Frieden und einen ernsten Willen zu neuer Verständigung.

Darum bitten wir dich für die, die Verantwortung über Krieg und Frieden tragen, für die, über deren Schicksal entschieden wird, für alle, die in Angst und Sorge um ihr Leben sind, und für uns selbst, die wir uns nach deinem Frieden sehnen.“   

Amen.

Ich grüße Sie herzlich mit den Worten aus dem Epheserbrief im 6. Kapitel:

Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist, seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen. Epheser 6,38

Ihr
Thomas Tutzschke
Superintendent

 


 Nachdem uns die schockierende Nachricht des Angriffs der Ukraine erreichte, wurde in zahlreichen Orten unseres Landes zu Friedensgebeten eingeladen.

Nachfolgend Termine von Friedensgebeten in unserem Kirchenkreis:
Achtung die Termine und Zeiten können sich ändern, beachten Sie die Aushänge ihrer Kirchengemeinde!

Jeden Freitag um 18 Uhr
Rathenow, St. Marien-Andreas-Kirche - Friedensgebet

Jeden Mittwoch um 18.00 Uhr
Kirche in Wustermark - Friedensgebet